Wer in diesem Herbst die Arbeitsmarktzahlen liest, könnte meinen, das Thema Fachkräftemangel habe sich erledigt. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, es sind mehr Menschen auf Stellensuche als vor einem Jahr. Wer aber einen Polier, eine Elektroinstallateurin oder Fachleute für die Produktion sucht, erlebt etwas anderes. Beides ist richtig, und genau das macht die Lage für KMU in der Region so unübersichtlich.

Die Lage in Zahlen

Ende September 2026 lag die Arbeitslosenquote laut SECO in Basel-Stadt bei 4,4 Prozent und in Basel-Landschaft bei 3,1 Prozent. Der Schweizer Durchschnitt beträgt 3,0 Prozent. Vor einem Jahr standen die beiden Basel noch bei 4,3 und 2,8 Prozent. In beiden Kantonen zusammen sind 14’158 Personen als stellensuchend gemeldet. Dem stehen 2’939 offene Stellen gegenüber, die den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldet sind.

Auch der Fachkräftemangel-Index von Adecco und der Universität Zürich zeigt die Abkühlung. 2025 lag er rund 22 Prozent unter dem Vorjahr, und in der Nordwestschweiz fiel die Entspannung zusammen mit Zürich am deutlichsten aus.

Warum viele Betriebe trotzdem niemanden finden

Die Entspannung ist ungleich verteilt. Bei kaufmännischen Berufen und in der Informatik gibt es inzwischen eher zu viele Bewerbende als zu wenige. In der Pflege, auf dem Bau und in der Maschinenindustrie bleibt der Engpass bestehen. Für einen Betrieb, der Handwerker oder technische Fachleute sucht, hat sich also wenig geändert.

Dazu kommt: Die gemeldeten Stellensuchenden bringen oft nicht das Profil mit, das gerade gebraucht wird. Es fehlt heute weniger an Menschen als an passenden Qualifikationen. Und das Problem ist nicht nur konjunkturell. In den kommenden Jahren gehen mehr erfahrene Berufsleute in Pension, als junge nachrücken. Wer abwartet, bis sich der Markt von selbst löst, wartet voraussichtlich lange.

Fünf Ansätze, die jetzt funktionieren

  1. Das Anforderungsprofil entrümpeln
    Viele Stellenprofile sind über die Jahre gewachsen. Trennen Sie, was jemand am ersten Tag können muss, von dem, was sich in den ersten Monaten lernen lässt. Ein Quereinsteiger mit handwerklichem Geschick und der richtigen Einstellung ist oft schneller produktiv als erwartet.
  1. Direkt ansprechen statt nur inserieren
    Gesuchte Fachkräfte sind selten aktiv auf Stellensuche. Sie haben eine Stelle und lesen keine Inserate. Erreichbar sind sie über persönliche Ansprache, über Empfehlungen und über ein Netzwerk, das in der Region gewachsen ist.
  1. Tempo machen
    Zwischen Erstgespräch und Zusage sollten Tage liegen, nicht Wochen. Klären Sie intern vorab, wer entscheidet und in welchem Lohnband Sie sich bewegen. Gute Kandidat:innen sagen dem Betrieb zu, der zuerst verbindlich wird.
  1. Flexibel einsteigen
    Nicht jede Lücke braucht sofort eine Festanstellung. Mit temporären Einsätzen überbrücken Sie Auftragsspitzen. Mit Try & Hire lernen Sie eine Fachkraft im Alltag kennen, bevor Sie sich fest binden. Das senkt die Hürde auf beiden Seiten.
  1. Die eigenen Leute halten
    Die günstigste Rekrutierung ist die, die gar nicht nötig wird. Ein offenes Gespräch über Arbeitszeiten, Weiterbildung oder mehr Verantwortung kostet wenig und verhindert manche Kündigung.

Der Arbeitsmarkt in der Region Basel ist entspannter als noch vor zwei, drei Jahren, allerdings nicht dort, wo viele KMU suchen. Wer Stellen im Handwerk oder in der Technik besetzen muss, braucht weiterhin einen Plan und meistens auch Unterstützung.

KMU Jobs vermittelt und verleiht Fachkräfte für Bau, Logistik, Automobil, Mechanik und kaufmännische Berufe in der Region Basel. Wenn Sie eine Stelle offen haben, die sich nicht von selbst besetzt, rufen Sie uns in Pratteln an. Wir sagen Ihnen ehrlich, was im Moment realistisch ist.